Xenia Mawrizki, geb. Tschepega,
wurde am 26.05.1909 in Charkow (Ukraine) geboren. Nach der Schule
zog sie zum Studium nach Leningrad, wo sie im Jahr 1932 an der Staatlichen
Leningrader Universität ihr Diplom als Klimatologin erfolgreich
bestand. Bis zum Jahr 1939 arbeitete sie als Lehrerin für Geographie
an einem Leningrader Gymnasium. Während ihrer Studienzeit lernte
sie ihren künftigen Mann, einen Physiker, kennen, den sie 1933
heiratete.
Nach Ausbruch des Krieges zog sie gemeinsam mit ihrem Mann an
die Wolga in die Nähe von Stalingrad, dem heutigen Wolgograd.
Als in der Sowjetunion namhafter Wissenschaftler wurde der Mann
von Xenia
Mawrizki von den Deutschen im Jahr 1943 nach Deutschland gebracht,
um dort für deren Interessen zu forschen. Xenia begleitete
ihn nach Deutschland.
Nach Kriegsende blieben beide in Deutschland und liessen sich
in der Bundesrepublik in der Nähe von Heidelberg nieder.
Xenia war eine sehr belesene und wissensdurstige Frau, die ihr
Wissen gerne an andere weitergab. In ihrem Beruf als Geografielehrerin
arbeitete sie in Deutschland nicht mehr. Stattdessen gründete
sie eine Sprachschule und später einen Versand und Einzelhandelsbetrieb
für russische Bücher, Schallplatten und Dias, um die
russische Kultur in Deutschland aufleben zu lassen und diese ihren
Mitbürgern näher zu bringen.
Im Jahr 1999 starb sie in Sinsheim bei Heidelberg. In ihrem Testament
verfügte sie, mit ihrem Nachlass eine Stiftung zu gründen,
deren Ziel der kulturelle Austausch zwischen Russland bzw. Ländern
der ehemaligen Sowjetunion und Deutschland sein sollte, ganz im
Sinne dessen, wofür sie selbst sich zu Lebzeiten eingesetzt
hatte. Die Stiftung sollte den Namen ihres leider viel zu früh
verstorbenen Sohnes Sergej tragen.